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Trabrennbahn MG - Klumbies-de

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Informationen zur Quelle

Diese Texte wurden mithilfe von KI erstellt. Dabei wurden auch Informationen aus dem Web und dem Knowledge Graph von Google verwendet, einer Sammlung von Informationen zu Personen, Orten und Dingen. Generative KI befindet sich noch in der Entwicklung. Die Qualität der Informationen kann variieren. Sie können die Informationen unter den bereitgestellten Links selbst überprüfen.


Es kursiert das Gerücht, ein privater Investor wollte die Trabrennbahn Mönchengladbach von der Stadt Mönchengladbach kaufen und die Trabrennbahn weiter betreiben.

Dieses Gerücht entspricht nicht den offiziellen Plänen und Tatsachen. Die Stadt Mönchengladbach verfolgt für das Areal der Trabrennbahn Mönchengladbach eine völlig andere, bereits beschlossene Richtung.

Die Fakten zur Zukunft des Geländes:

  • Ende des Rennbetriebs: Das Jahr 2026 ist das finale Jahr für den Pferdesport auf der Traditionsbahn. Ende des Jahres wird der Rennbetrieb auf dem Oval endgültig eingestellt. [1]
  • Umnutzung zum Gewerbegebiet: Das rund 14 Hektar große Areal, das sich komplett im Eigentum der Stadt befindet, wird im Rahmen des Landesprogramms „Go4Gewerbe“ zu einem modernen Gewerbestandort umgewandelt. Geplant sind Ansiedlungen aus den Bereichen Luftfahrttechnik, Flugzeugwartung und Forschung in direkter Nachbarschaft zum Flughafen Mönchengladbach. [2, 3, 4]
  • Aktueller Planungsstand: Erst Anfang Oktober 2026 hat die Stadt Mönchengladbach den offiziellen städtebaulichen Vorentwurf für das neue Gewerbegebiet vorgestellt. Dieser sieht vor, dass knapp die Hälfte der Fläche bebaut wird, während das Innere der Rennbahn als öffentlich zugängliche „grüne Mitte“ erhalten bleibt. [1, 4]
  • Keine Fortführung als Rennbahn: Die Landesregierung unterstützt das Projekt mit Millionenbürgschaften, und die Erschließung soll zügig vorangetrieben werden, damit die Flächen ab 2029 vermarktet werden können. Ein Verkauf an einen privaten Investor mit dem Ziel, den Trabrennsport dort dauerhaft weiterzuführen, ist somit ausgeschlossen und politisch nicht vorgesehen. [2, 3]

[1] https://rp-online.de

[2] https://www.bauhaus.nrw

[3] https://mg-heute.de

[4] https://www.radio901.de

Welche Firmen sollen sich dort künftig ansiedeln

Auf dem Gelände der heutigen Trabrennbahn wird kein klassisches Industriegebiet entstehen. Stattdessen sieht der Vorentwurf der Stadt Mönchengladbach eine klare strategische Ausrichtung auf zukunftsorientierte Leitbranchen vor, die stark vom angrenzenden Flughafen Mönchengladbach profitieren sollen. [1, 2]

Folgende Branchen und Unternehmenstypen sollen gezielt angesiedelt werden:

  • Luftfahrttechnologie & Flugzeugwartung: Da die Flächen direkt an den Airport grenzen, liegt der Hauptfokus auf sogenannten MRO-Dienstleistungen (Maintenance, Repair and Overhaul), also Betrieben für die Wartung, Reparatur und Instandhaltung von Flugzeugen. Auch Unternehmen aus der allgemeinen Luftfahrttechnologie stehen im Fokus. [1, 2, 3]
  • Innovative Mobilität: Geplant sind Flächen für Firmen, die an neuen Mobilitätskonzepten forschen oder diese entwickeln. Der Flughafen Mönchengladbach treibt bereits Innovationsprojekte voran – etwa rund um das autonome Fliegen, Flugtaxis und den Transport medizinischer Proben via Drohnen. [1, 2, 3]
  • Forschung & Entwicklung: Ansiedeln sollen sich Ingenieurbüros, wissenschaftliche Einrichtungen und forschende Unternehmen, die neue Technologien erproben. [1]
  • Unternehmenszentralen & Verwaltung: Der Vorentwurf sieht Raum für moderne Büroflächen und Hauptquartiere innovativer Firmen vor. [1, 2]
  • Kleine und mittlere Unternehmen (KMU): Neben der Luftfahrtbranche ist das Areal auch für innovative, nachhaltig wirtschaftende Handwerks- und Gewerbebetriebe geöffnet. [1]

Wer darf sich dort nicht ansiedeln?

Um die Qualität des Standorts zu sichern und Lärm- sowie Verkehrsbelastungen für die Umgebung zu minimieren, wurden bestimmte Branchen im Bebauungsplan explizit ausgeschlossen. Dazu gehören Großlogistik, Einzelhandel und Vergnügungsstätten. [1]

Wie hoch ist der Bürgeranteil bei der Mitgestaltung der Freiflächen

Bei der Umgestaltung der Trabrennbahn gibt es keinen festgelegten, prozentualen „Bürgeranteil“ im Sinne einer Quote – die Einbindung läuft über eine formelle und informelle Bürgerbeteiligung. [1, 2]

Die Stadt Mönchengladbach bindet die Öffentlichkeit wie folgt in die Planung ein:

  • Frühzeitige Bürgerbeteiligung: Da der offizielle Vorentwurf für den Bebauungsplan (Nr. 823/O „Gewerbegebiet Flughafen Trabrennbahn“) Ende September vorgestellt wurde, startet die Phase, in der die Bürgerinnen und Bürger die Pläne einsehen können. Anwohner und Interessierte können im Rathaus oder online Fragen stellen sowie Kritik und Anregungen einbringen. [1, 2, 3]
  • Gestaltung der „Grünen Mitte“: Der Entwurf sieht vor, dass von den rund 12,7 Hektar des Plangebiets ca. 4,1 Hektar als öffentliche Grünfläche erhalten bleiben. Dieses Areal – im Grunde das Innere der heutigen Rennbahn – soll über Fußwege mit den umliegenden Bereichen vernetzt werden und explizit für die Bevölkerung und Beschäftigte zugänglich sein. Ideen zur genauen Ausgestaltung (z. B. Verweilflächen, ökologische Gestaltung) können im Beteiligungsverfahren geäußert werden. [1, 2, 3]
  • Abwägungsprozess: Alle eingehenden Vorschläge aus der Bevölkerung werden von der Stadtverwaltung gesammelt und geprüft. Der Planungsausschuss der Stadt muss im Anschluss rechtlich darüber entscheiden, welche Bürgeranregungen in den finalen Bebauungsplan eingearbeitet werden.

Vorgaben zum Hochwasser- und Naturschutz

Beim Umbau der Trabrennbahn Mönchengladbach in ein modernes Gewerbegebiet setzt die Stadt Mönchengladbach auf ein nachhaltiges Konzept mit strengen Umweltauflagen. Da das Areal im Rahmen des Landesprogramms „Go4Gewerbe“ als Vorzeigeprojekt für den Strukturwandel entwickelt wird, spielen Natur- und Hochwasserschutz im städtebaulichen Vorentwurf eine zentrale Rolle. [1, 2]

Folgende konkrete Vorgaben sind für das Gelände vorgesehen:

🌧️ Hochwasserschutz & Regenwassermanagement (Schwammstadt-Prinzip)

Da durch den Bau von Hallen und Bürogebäuden neue Flächen versiegelt werden, greifen strenge wasserrechtliche Vorgaben der Unteren Wasserbehörde Mönchengladbach, um das Risiko von Überflutungen bei Starkregen zu minimieren: [1]

  • Die „Grüne Mitte“ als Rückhaltebecken: Die geplante, ca. 4,1 Hektar große öffentliche Grünfläche im Inneren der alten Rennbahn dient nicht nur der Erholung, sondern fungiert auch als gigantischer natürlicher Wasserspeicher. [1, 2]
  • Dezentrale Versickerung: Das Regenwasser von Dächern und Straßen darf nicht einfach in die Kanalisation geleitet werden. Es muss direkt vor Ort auf dem Gelände – beispielsweise über Mulden- und Rigolensysteme in den Freiflächen – versickern, um den lokalen Grundwasserspiegel zu stützen. [1]
  • Dach- und Fassadenbegrünung: Für die neuen Gewerbehallen und Gebäude werden Vorgaben zur Begrünung geprüft. Diese Vegetation hält Regenwasser wie ein Schwamm zurück und lässt es zeitverzögert verdunsten, was gleichzeitig das Mikroklima kühlt.

🌳 Naturschutz & Ökologischer Ausgleich

Das Areal grenzt an ein wichtiges Landschaftsband, das im regionalen Biotopverbund Nordrhein-Westfalen eine hohe Bedeutung besitzt. Entsprechend hoch sind die ökologischen Kriterien im Bebauungsplan: [1, 2]

  • Flächenschonung: Nur rund 5,7 Hektar der Gesamtwertfläche werden als reines Gewerbegebiet ausgewiesen. Fast ein Drittel des gesamten Plangebiets bleibt als unversiegelte, naturnahe Freifläche dauerhaft geschützt. [1]
  • Eingriffsregelung & Kompensation: Jeder Quadratmeter Natur, der durch die neuen flughafenaffinen Betriebe überbaut wird, muss nach dem Bundesnaturschutzgesetz streng ausgeglichen werden. Dies geschieht durch die ökologische Aufwertung der Freiflächen im Plangebiet (z. B. durch das Anlegen von Blühwiesen, Hecken oder den Erhalt alten Baumbestands) sowie durch externe Kompensationsflächen im Stadtgebiet. [1]
  • Artenschutz: Im weiteren Verfahren werden detaillierte Gutachten erstellt, um geschützte Tierarten auf dem Gelände (wie Vögel, Fledermäuse oder Amphibien im Bereich der Rennbahnstrukturen) zu erfassen und entsprechende Schutz- oder Umsiedlungsmaßnahmen zu definieren.

Wo und wann liegen die Planungsunterlagen zur Einsicht aus

Die Planungsunterlagen zum Vorentwurf des Bebauungsplans Nr. 823/O („Gewerbegebiet Flughafen/Trabrennbahn“) liegen in der Regel zu den üblichen Dienstzeiten bei der Stadtverwaltung zur Einsicht aus. [1]

Die wichtigsten Details für die Einsichtnahme vor Ort:

  • Ort: Fachbereich Stadtentwicklung und Planung (61) der Stadt Mönchengladbach. Die zuständige Abteilung für die Bauleitplanung befindet sich im Rathaus Rheydt (Markt 10, 41236 Mönchengladbach) im Eingang G, 3. Obergeschoss. [1]
  • Wann: Die Einsichtnahme ist während der regulären Dienststunden der Dienststellen der Stadt möglich. Um Wartezeiten zu vermeiden oder wenn du Fragen an die zuständigen Planer hast, empfiehlt sich vorab eine kurze telefonische Abstimmung mit dem ServiceCenter der Stadt Mönchengladbach unter der zentralen Rufnummer 02161 25-54321. [1, 2]

Digitale Alternative:

Für die frühzeitige Bürgerbeteiligung musst du meist nicht zwingend persönlich im Rathaus erscheinen. Die Stadt stellt die Vorentwürfe, Begründungen und städtebaulichen Pläne parallel auch digital im Internet zur Verfügung. Du kannst sie direkt online über das Geoportal bzw. das ServicePortal der Stadt Mönchengladbach einsehen und deine Anregungen digital einreichen. [1, 2]

Unter welchen Voraussetzungen dürfen Bürger gegen die Pläne protestieren

Bürgerinnen und Bürger müssen für Proteste keine rechtlichen Voraussetzungen erfüllen, da das Recht auf Protest und freie Meinungsäußerung durch das Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland geschützt ist. Es gibt jedoch einen Unterschied zwischen politischem Protest (Demos, Unterschriften) und rechtlichen Schritten.

Die verschiedenen Wege des Protests und ihre jeweiligen Bedingungen im Überblick:

1. Meinungsäußerung im Planungsverfahren (Rechtlicher Weg)

Das Baugesetzbuch schreibt vor, dass Bürger bei der Umgestaltung der Trabrennbahn offiziell mitreden dürfen. Die einzige Voraussetzung hierfür ist das Einhalten von Fristen:

  • Frühzeitige Beteiligung & Offenlage: Während der offiziellen Auslegungsphasen des Bebauungsplans Nr. 823/O kann jeder Bürger (auch ohne direkt im Viertel zu wohnen) Einwände, Bedenken und Anregungen schriftlich oder zur Niederschrift im Rathaus einreichen.
  • Wichtige Voraussetzung für später: Wer sich bereits jetzt im Verfahren mit seinen Einwänden einbringt, sichert sich das Recht, den späteren Beschluss unter Umständen gerichtlich im Rahmen einer sogenannten Normenkontrollklage überprüfen zu lassen.

2. Demonstrationen, Kundgebungen und Mahnwachen

Möchten Bürger öffentlich gegen die Gewerbepläne auf der Rennbahn demonstrieren, gilt das Grundrecht der Versammlungsfreiheit (Art. 8 GG). Folgende Voraussetzungen müssen erfüllt sein:

  • Anmeldepflicht: Eine Demonstration unter freiem Himmel muss mindestens 48 Stunden vor der Bekanntgabe bei der zuständigen Versammlungsbehörde (in diesem Fall beim Polizeipräsidium Mönchengladbach) angemeldet werden. Eine Genehmigung ist nicht erforderlich, die Polizei prüft lediglich Sicherheitsauflagen.
  • Friedlichkeit: Der Protest muss friedlich und ohne Waffen ablaufen.

3. Bürgerbegehren und Bürgerentscheid (Politischer Weg)

Wenn Bürger das Projekt komplett stoppen oder grundlegend verändern wollen, können sie ein Bürgerbegehren nach der Gemeindeordnung NRW initiieren:

  • Unterschriftenhürde: Es müssen innerhalb einer bestimmten Frist genügend Unterschriften von wahlberechtigten Bürgerinnen und Bürgern aus Mönchengladbach gesammelt werden (bei der Größe von Mönchengladbach in der Regel ca. 4 bis 5 Prozent der Wahlberechtigten).
  • Zulässigkeit: Der Stadtrat prüft, ob das Begehren rechtlich zulässig ist. Richtet es sich gegen einen bereits gefassten Ratsbeschluss, müssen zudem strikte Fristen (oft innerhalb von 6 Wochen nach Beschlussveröffentlichung) eingehalten werden. Ist das Begehren erfolgreich, kommt es zum Bürgerentscheid – einer Abstimmung ähnlich einer Wahl.

Könnte die Landtagswahl in NRW im April 2027 dazu führen, dass die Pläne wieder auf Eis gelegt werden?

Dass die Landtagswahl in NRW am 25. April 2027 die Pläne für die Trabrennbahn komplett zu Fall bringt, ist äußerst unwahrscheinlich. [1, 2]

Es gibt dafür drei wesentliche Gründe:

  1. Kommunale Planungshoheit: Die Entscheidung, das Areal umzunutzen und zu bebauen, liegt primär bei der Stadt Mönchengladbach und dem städtischen Rat. Da die Kommunalwahl in NRW unabhängig davon stattfindet, ändert sich an den politischen Mehrheiten vor Ort durch die Landtagswahl im Jahr 2027 erst einmal nichts.
  2. Rechtliche und vertragliche Bindungen: Das Großprojekt ist fest im Landesprogramm „Go4Gewerbe“ verankert. Die Stadt Mönchengladbach kooperiert hierzu eng mit der staatlichen Entwicklungsgesellschaft NRW.URBAN. Für die Entwicklung wurde bereits eine bindende Landesbürgschaft in Höhe von 2,3 Millionen Euro bewilligt. Ein Regierungswechsel im Landtag hebt solche bestehenden, rechtskräftigen Förder- und Kooperationsverträge zwischen dem Land und den Kommunen in aller Regel nicht auf. [1, 2]
  3. Breiter politischer Konsens zum Strukturwandel: Die Verwandlung des Areals in ein flughafenaffines, nachhaltiges Gewerbegebiet zur Schaffung von bis zu 1.000 Arbeitsplätzen ist Teil des übergeordneten Strukturwandels im Rheinischen Revier. Dieser Prozess wird parteiübergreifend von den großen Fraktionen (CDU, SPD, Grüne, FDP) im Landtag getragen, da er den wirtschaftlichen Ausgleich für den Kohleausstieg sichern soll. [1, 2, 3]

Fazit: Auch wenn sich nach April 2027 eine neue Landesregierung formieren sollte, ist das Projekt auf kommunaler Ebene und durch die bereits angelaufene Partnerschaft mit NRW.URBAN rechtlich und politisch so weit abgesichert, dass ein politischer Umschwung auf Landesebene die Pläne kaum mehr stoppen kann. [1]

Das eigentliche Problem scheint zu sein, dass das Gelände unverkäuflich ist. Es muss von der Stadt Mönchengladbach mit viel Geld verkaufsfähig gemacht werden.

Ihre Einschätzung trifft den Kern des Problems sehr genau. Das Gelände der Trabrennbahn Mönchengladbach war über viele Jahre hinweg in seinem damaligen Zustand tatsächlich „unverkäuflich“ für eine gewerbliche Nutzung. Erste Verkaufs- und Entwicklungsversuche gab es bereits ab 2010 – sie alle scheiterten an den enormen Hürden vor Ort. [1, 2, 3]

Dass das Areal erst mit viel Aufwand und hohem finanziellem Risiko marktfähig gemacht werden muss, liegt an handfesten geologischen und wirtschaftlichen Faktoren:

Die drei Hauptgründe für die schwere Vermarktbarkeit

  1. Der hohe Grundwasserstand & die Niers: Das Gelände liegt direkt an der Niers. Durch den beschlossenen Braunkohleausstieg in der Region werden die riesigen Sümpfungspumpen der RWE-Tagebaue schrittweise abgeschaltet. Die Folge: Der Grundwasserspiegel wird massiv ansteigen. Für Investoren bedeutete dies unkalkulierbare Risiken bei der Fundamentierung von schweren Gewerbehallen und beim Hochwasserschutz. [1, 2]
  2. Enorme Erschließungskosten: Da es sich um eine historische Sportstätte handelt, fehlt jegliche moderne Infrastruktur für ein Gewerbegebiet. Straßen, ein neuer Kreisverkehr zur Anbindung an die Flughafenstraße sowie komplexe, dezentrale Versickerungssysteme (Mulden und Rigolen) müssen komplett neu gebaut werden. [1, 2]
  3. Aufwendiger Rückbau: Bevor überhaupt ein Grundstück verkauft werden kann, muss die alte Infrastruktur (Tribünen, Ställe, Geläuf) abgerissen und der Untergrund auf Altlasten untersucht werden. [1, 2]

Wer zahlt das? Die Rettung durch Strukturförderung

Lange Zeit galt das Projekt als wirtschaftlich nicht machbar, da die Stadt Mönchengladbach die Millioneninvestitionen zur Baureifmachung nicht allein hätte stemmen können. Die Wende brachten die Programme zum Strukturwandel im Rheinischen Revier: [1, 2, 3]

  • Das Land springt ein: Über das Landesprogramm „Go4Gewerbe“ stellt die Landesentwicklungsgesellschaft NRW.URBAN eine Bürgschaft von 2,3 Millionen Euro bereit, um die Planungen und ersten Schritte abzusichern. [1, 2]
  • Die 97,5-Prozent-Regel: Die Stadt hat zusätzlich Mittel aus dem Fördertopf „Nachhaltige Wirtschaftsflächen im Rheinischen Revier“ beantragt. Bei einer Bewilligung übernimmt der Fördergeber 97,5 Prozent der Kosten, die nicht durch den späteren Verkauf der Grundstücke wieder reingeholt werden können. [1, 2]

Fazit: Sie haben vollkommen recht – ohne massive staatliche Subventionen und die Übernahme des Entwicklungsrisikos durch das Land NRW und NRW.URBAN würde die Trabrennbahn als unverkäufliche Brache enden. Erst diese Fördergelder machen das Gelände für die Vermarktung ab 2029 überhaupt erst bereit. [1, 2, 3]

Da sieht man es wieder einmal: Beamte sind keine Kaufleute.

Ihre Frustration ist völlig verständlich. Wenn man sich die nackten Zahlen anschaut – Millionen an Steuergeldern für den Abriss, die Altlastensanierung und den Hochwasserschutz, nur um das Gelände überhaupt erst für den Markt vorzubereiten –, wirkt das aus rein betriebswirtschaftlicher Sicht oft paradox. Ein privater Kaufmann würde ein solches Projekt, bei dem die Entwicklungskosten den anfänglichen Grundstückswert weit übersteigen, vermutlich niemals anrühren.

Die öffentliche Hand rechnet an dieser Stelle jedoch nach einer anderen Logik, da sie kein profitorientiertes Unternehmen ist, sondern volkswirtschaftliche Ziele verfolgt:

  • Langfristige Wertschöpfung statt schnellem Gewinn: Die Stadt und das Land NRW investieren jetzt viel Geld in die Infrastruktur, um dauerhaft bis zu 1.000 Arbeitsplätze in einer zukunftsträchtigen Branche (Luftfahrt und Innovation) anzusiedeln. Die Ausgaben sollen sich langfristig über die jährliche Gewerbesteuer der neuen Firmen und die Einkommensteuer der Angestellten für die Stadtkasse auszahlen.
  • Strukturwandel-Milliarden müssen genutzt werden: Das Geld kommt zu 97,5 Prozent aus den Fördertöpfen für das Rheinische Revier. Diese Gelder müssen per Gesetz für den Strukturwandel (weg von der Kohle, hin zu neuen Industrien) ausgegeben werden. Die Beamten nutzen hier also die Gunst der Stunde, um ein marodes Areal mit fremdem Geld für die eigene Stadt aufzuwerten.
  • Erhalt der Lebensqualität: Ein rein privater Investor würde das Gelände vermutlich komplett zubauen, um jeden Quadratmeter zu Geld zu machen. Die Stadt baut als Vorgabe die 4,1 Hektar große „Grüne Mitte“ ein. Das rechnet sich kaufmännisch zwar überhaupt nicht, sichert aber den Hochwasserschutz für die umliegenden Wohngebiete und bietet den Bürgern einen Park.

Es bleibt also ein klassischer Zielkonflikt: Aus kaufmännischer Sicht ist das Projekt ein hochgradiges Zuschussgeschäft; aus Sicht der Stadtentwicklung ist es der Versuch, eine ohnehin unverkäufliche Altlast in einen Wirtschaftsmotor für die nächsten Jahrzehnte zu verwandeln.

Das Interesse am Pferderennsport ist ungebrochen. Weltweit werden Tag und Nacht Pferderennen aus der ganzen Welt übertragen. Am Computer können viele Rennen live gesehen werden. Für den Lokalpatrioten ist es schade, dass es die Trabrennbahn Mönchengladbach bald nicht mehr geben wird.

Diesen Wehmut teilen viele Menschen in Mönchengladbach, und die emotionale Bedeutung für die Stadt ist unbestritten. Die Trabrennbahn Mönchengladbach ist die älteste bestehende Trabrennbahn Deutschlands und war über ein Jahrhundert lang ein identitätsstiftender Anlaufpunkt für die Region. Für lokale Pferdesportfans ist das bevorstehende Ende zum Jahresende 2026 ein schwerer Verlust.

Ihre Beobachtung zum weltweiten Markt beschreibt exakt die wirtschaftliche Spaltung des modernen Pferdesports:

  • Der globale Digitalmarkt boomt: Durch internationales Online-Wetten, Live-Streams rund um die Uhr und globale TV-Übertragungen (insbesondere aus Frankreich, den USA oder Skandinavien) werden im Pferderennsport weltweit nach wie vor Milliarden umgesetzt.
  • Das Problem der lokalen Bahnen: Dieser Boom findet fast ausschließlich digital und global statt. Der physische Rennbetrieb vor Ort, der hohe Kosten für die Instandhaltung der Bahnen, Stallungen und Tribünen verursacht, kann von den reinen Zuschauereinnahmen an den Renntagen kaum noch getragen werden. Während die Wetteinnahmen im Internet landen, blieben auf den traditionsreichen Bahnen vor Ort oft die wirtschaftlichen Sorgen zurück.

Für den Mönchengladbacher Lokalpatrioten bleibt am Ende der Trost, dass die historische Stätte nicht einfach stillschweigend verfällt oder komplett zubetoniert wird. Mit dem Erhalt des Bahn-Ovals als „Grüne Mitte“ und der Umwandlung in ein High-Tech-Areal für Luftfahrttechnik soll die Fläche zumindest ein prägender und zukunftsfähiger Teil der Stadtgeschichte bleiben.

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